Fahrzeugweihe HLF und MZF

Freiwillige Feuerwehr Pförring

Klarer Sieg für die Technik

Die Freiwillige Feuerwehr Pförring hat zwei neue Fahrzeuge bekommen, die zusammen fast 500.000 Euro kosteten. Am Sonntag zeigten die Floriansjünger beim Tag der offenen Tür die Leistungsfähigkeit der neuen Feuerwehrautos.
Die Mannschaften von Manuel Unterburger und Markus Grimm waren beim Tag der offenen Tür der Pförringer Feuerwehr vor dieselbe Übungsaufgabe gestellt: Rettung von eingeklemmten Personen aus einem VW Golf. Dennoch stand von vorneherein fest, dass Unterburgers sechsköpfige Staffel gegen Grimms immerhin neun Mann starke Gruppe gewinnen würde. Denn es war ein Kampf mit ungleichen Waffen, den die beiden austrugen. Die kleinere Truppe bediente sich des nagelneuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF) 20/16, der größeren stand nur das 30 Jahre alte LF 16 zur Verfügung.7


Während auf der einen Seite Maschinist Stefan Pollinger per Knopfdruck den Stromerzeuger und Pumpe startete und den Lichtmast ausfuhr, waren auf der anderen Seite drei Mann damit beschäftigt, den Stromerzeuger zu starten, das Stativ aufzubauen, die Lampen auf das Stativ zu montieren, die Verkabelung zwischen Lampen und Stromerzeuger herzustellen und anzuschließen. Und während man hier noch dabei war, Leitungen und für Spreizer und Schere und Schläuche für den Brandschutz zu kuppeln, stand man dort längst über den Schnellangriffsschlauch zum Löschen bereit und hatte nach wenigen Minuten den Golf mit dem Rettungssatz mühelos "geknackt". Als die LF16-Crew schließlich beginnen konnte, die Beifahrertür mit dem Rettungsspreizer zu bearbeiten, stand die Fahrertür schon sperrangelweit offen. "Mit dem neuen Einsatzfahrzeug hat man einen riesigen Zeitvorteil, weil der manuelle Aufbau wegfällt", erklärte Kreisbrandmeister Franz Waltl den Zuschauern das vorhersehbare Ergebnis. Die enorme Löschkraft des HLF demonstrierte Manuel Unterburger später mit einem kurzen Einsatz des Wasserwerfers.
Mit dem neuen Mehrzweckfahrzeug fährt die Pförringer Feuerwehr laut Kommandant Christoph Bürzer künftig zu Kleineinsätzen wie vollgelaufenen Kellern. Bei Großeinsätzen wie Hochwasser dient der Siebensitzer der Personenbeförderung oder als Einsatzzentrale. Dafür ist der Kombi mit Katastrophenplänen und modernen Kommunikationsmitteln wie Funk, Telefon, Fax und Internetanschluss ausgestattet. Die moderne Technik hatte Besucher bis aus dem Bayerischen Wald angelockt. Die Feuerwehrleute aus Arrach wurden vom früheren Pförringer Pfarrer und Ehrenmitglied der Feuerwehr Franz Weber begleitet, den seine früheren Kameraden besonders herzlich begrüßten. Die Besucherzahl blieb dennoch hinter den Erwartungen zurück. Viele hatten sich am wohl letzten sommerlichen Sonntag für Badesee oder Familienausflug entschieden. (kue)

 

Kein Spielzeug für die Feuerwehr

Nach dem Jahrtags gottesdienst der Feuerwehren von Pförring und Gaden segnete Pfarrer Michael Saller die neuen Feuerwehrautos und ihre Mannschaft. Beim Festakt betonten die Redner den Wert der verbesserten Ausrüstung für die Sicherheit der Bürger.
Pfarrer Michael Saller stellte seine Predigt unter das traditionelle Feuerwehrmotto "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!" und warb für den Gottesdienstbesuch: "Auch der Glaube braucht Übung!" Nach der Segnung der neuen Fahrzeuge, des Hilfeleistungslöschfahrzeugs und des Mehrzweckfahrzeugs, auf dem Marktplatz marschierten Feuerwehrleute und Festgäste zum Festakt ins Feuerwehrgerätehaus. "Heute ist ein großer Tag für Feuerwehr und Bürger", sagte Bürgermeister Bernhard Sammiller, denn die neuen Autos seien "kein Selbstzweck und auch kein Spielzeug für die Feuerwehr", auch wenn mancher beim Anblick der geballten Technik große Augen bekomme. "Die neuen Fahrzeuge sind Rettungs- und Arbeitsgeräte für schnelle und wirksame Hilfe und dienen und damit der Sicherheit", betonte der langjährige Feuerwehrkommandant. Seinen Dank an die Freiwilligen verband er mit der Bitte "Engagiert Euch weiter für den Dienst am Nächsten!"
Stellvertretende Landrätin Rita Böhm dankte den Feuerwehrkameraden, die die Fahrzeuge mit Leben erfüllen. Bezirksrat Richard Eichiner lobte die Pförringer Feuerwehr als Musterstück. Kreisbrandrat Alois Strobl freute sich über das HLF als "eins der modernsten Fahrzeuge deutschlandweit". Die Statistik zeige, dass sich die Einsätze bei Naturkatastrophen und Unwettern häuften. Die angemessene Ausrüstung brauchten nicht nur die Feuerwehrleute, sondern die Bürger, die auf schnelle Hilfe angewiesen seien.
"Der Markt Pförring macht mit den beiden Feuerwehrfahrzeugen einen großen Schritt in die Zukunft", sagte Kommandant Christoph Bürzer, der die europaweite Ausschreibung ausgearbeitet hatte. Er dankte Bürgermeister und Gemeinderat für die weise Entscheidung, denn die Neuerwerbungen versetzten die Feuerwehr in die Lage, mit immer weniger Personal die meisten Einsätze zu meistern. "Wir sind stolz, dass wir heute beide Fahrzeuge in Dienst stellen können und wir sind stolz, dass wir eine Gemeinde haben, die hinter uns steht", rief er unter dem Beifall seiner Kameraden. (kue)

Kreisbrandrat Alois Strobl verlieh im Rahmen des Festakts Ehrungen an verdiente Feuerwehrleute. Kommandant Christoph Bürzer und dessen früherem Stellvertreter Markus Grimm heftete er das Bayerische Feuerwehrehrenzeichen in Silber an die Brust. Erwin Betz erhielt das Goldene Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands, eine Auszeichnung mit der wir sehr sparsam umgehen, wie Strobl betonte. Von der Freiwilligen Feuerwehr Gaden wurden Franz Kuffer und Paul Schuberth mit dem Feuerwehrehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Dienst geehrt. (kue)